Uli Hoeneß stoppt eSport-Einstieg des FC Bayern München

In eSports
FC Bayern München - Servicecenter

Der Präsident des FC Bayern München hat nach Medienberichten mit einem persönlichen Veto den Einstieg des Vereins in den professionellen eSports gestoppt, da seiner Ansicht nach Videospiele nicht mit dem „Grundverständnis und der Tradition der Bayern“ vereinbar seien.

Das somit vorerst alle Vorhaben auf Eis gelegt worden, dürfte selbst vereinsintern für Verwirrung gesorgt haben. Beispielsweise waren weit fortgeschrittene Planungen mit einem 5-Millionen-Euro Etat nicht nur bereits vorgelegt worden sein, sie sollen sogar kurz vor der Umsetzung gestanden haben, als Hoeneß sie kippen ließ. Da er als Vorsitzender des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG bei Investitionsentscheidungen eine tragende Rolle spielt, kann er solche Entscheidungen überspitzt formuliert mehr oder weniger im Alleingang treffen. Und hat dies auch, ebenso überspitzt formuliert, auch quasi im Alleingang getan.

Denn, ein großer Teil der Entscheidungsträger wird für einen eSports-Einstieg gewesen sein, anders lässt sich nicht erklären, wieso Gerüchten zufolge schon seit über einem Jahr Vorbereitungen für eben jenes Vorhaben getroffen worden sind. Unter anderem sollten die Pläne sogar mögliche Star-Einkäufe sowie neue Räumlichkeiten im Leistungszentrum beinhaltet haben. Realisierbar dank eines Etats von 5 Millionen Euro, eine vergleichsweise hohe Summe für deutschen eSports – als Vergleich, Schalke 04 stieg in seinem ersten Jahr mit einer Million Euro für Fifa und League of Legends ein.

Pläne sahen nicht ausschließlich FIFA vor

Auch spannend sind die vorgesehenen Spiele, in die der FCB professionelle Spieler hätte einsetzen wollen. Selbstverständlich sollte es ein Team für die Fußballsimulation FIFA geben, aber auch für MOBAs wie Dota 2 und League of Legends hätte es, ohne Hoeneß, wohl bald Bayern-Stars gegeben. Selbst in die professionelle Sparte vom Action-Shooter Fortnite wäre man eingestiegen. Nachvollziehbar, wenn man an die Beliebtheitsgrade jener Spiele in den asiatischen Ländern und die damit einhergehende Publicity einerseits bedenkt, andererseits aber auch einen Blick auf die schwindelerregenden Preisgelder und den positiven finanziellen Aspekt hat.

Alleine„Fortnite“-Entwickler Epic Games hat angekündigt, dass das Preisgeld in kommender Saison eine Rekordsumme von 100 Millionen Euro betragen wird.

Angst vor Imageschaden wegen Killerspiel-Debatte? 

Gut möglich, dass Hoeneß die Vorhaben mit Hinblick auf einen möglichen Imageschadens des Vereins stoppte, denn in Deutschland ist das Verständnis von und für Videospiele längst nicht so stark ausgeprägt, wie in anderen Ländern. Die (oftmals bei Nicht-Gamern der älteren Generation) tief verankerte Annahme, Spiele in denen Gewalt praktiziert wird, sind automatisch gewaltverherrlichend und würden ebenso automatisch zu Gewalt animieren, wird nicht nur vehement verteidigt und als unumstößlich ausgelegt, dadurch bekommen Spiele mit Gewaltanteil kaum eine Chance, sich auf professioneller Ebene zu etablieren.
Bleibt also zu hoffen, dass sich das Verständnis mit den neueren Generationen wandelt, jene Generationen, die mit Videospielen aufgewachsen sind und sie verstehen – ganz im Gegensatz zu Mittsechzigern wie Ulrich „Uli“ Hoeneß.

FC Bayerns Basketball-Team vorerst von Entscheidung unberührt

Glück für die Profigamer des Teams von den „Bayern Ballers“:
die Basketballsparte des Vereins hatte erst vor kurzem ein Team für NBA 2k18 und 2k19 zusammengestellt. Dieses darf auch weiterhin bestehen bleiben und wird auch weiterhin gefördert. Sicherlich unter anderem auch, weil erst vor kurzem acht neue Nachwuchstalente für den virtuellen Basketball verpflichtet wurden.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Auch wenn es unwahrscheinlich klingt, eine Reihe von Umständen würde es möglich machen, dass der Präsident noch einmal umdenkt. Lässt man die Bemühungen, die vereinsintern schon sichtlich weit vorangetrieben wurden außen vor, so bleibt noch das sonst bei Hoeneß stark ausgeprägte Konkurrenzdenken – immerhin besitzen gleich mehrere Bundesligisten des konventionellen Fußballs schon eigene Teams, wie beispielsweise der Schalke 04, VfB Stuttgart oder RB Leipzig und die Tendenz ist steigend. Sollten weitere Vereine folgen, wird sich der Vorstand vom FC Bayern sicherlich intensiver mit der Frage auseinandersetzen, ob man weiterhin hinterher hinken will oder eine zukünftige Sparte des Sportes auch als eben jene ansieht und fördert.

Und wenn auch das alles nicht hilft, bleiben noch große Unternehmen wie Adidas und Electronic Arts – mit beiden hatte und hat der FCB Kooperationen, während die Vorstandsvorsitzenden dieser Unternehmen sicherlich die vielen Vorteile erkennen und zu schätzen wissen und daher sicherlich nicht uninteressiert an einem möglichen Einstieg der Bayern sind.

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