Retro: Die besten 5 PvP Games am Sega Mega Drive

In Games
Top 5 Mega Drive Teaser

In den frühen 1990er Jahren entbrannte der erste große Konsolenkrieg der Geschichte. Super Nintendo VS Sega Mega Drive. Zuletzt habe ich, mich auf meine schöne Zocker-Kindheit und Jugend besinnend, die meiner Meinung nach 5 besten PvP Games auf dem Super Nintendo beleuchtet. Da ich selbst mit einem Super Nintendo aufgewachsen bin, konnte ich den Mega Drive immer nur bei Freunden spielen.

Doch eines war klar, im Konsolenkrieg (der lauthals auch auf Pausenhöfen und Wandertagen ausgetragen wurde) war der Mega Drive immer die erwachsenere Konsole. Schwarz sah einfach besser aus als das Grau mit bunten Akzenten des Super Nintendo.

Letztlich wurde dieses Image auch durch die Tatsache weiter gefestigt, dass Mortal Kombat – das Kampfspiel-Phänomen aus der Spielhalle – auf dem Sega Mega Drive im Vergleich zum Super Nintendo in einer unzensierten, sprich blutigen Version erschien. Doch dazu später. Außerdem erlaubte die eigene Prozessorarchitektur des Sega Mega Drive es einfacher eine große Anzahl an Sprites flüssig darzustellen.

Dies führte dazu, dass gerade Sportspiele – und deren Zielgruppe waren meist Teenager und Erwachsene – auf dem Sega Mega Drive besser liefen als auf dem Super Nintendo und dementsprechend auch besser ankamen.

5 – Sensible Soccer

Deshalb verwundert es nicht, dass wir die Top 5 Liste gleich mit einem Sportspiel beginnen. Ich selbst bin kein Fußball-Fan, weder in Real Life noch auf Konsolen. Doch damals machten die actionlastigen Matches auf dem Dachboden eines Freundes mächtig viel Spaß.

Die Framerate war verglichen mit ähnlichen Games auf dem Super Nintendo gefühlt höher, die Animationen zwar winzig, aber flüssig und es stand einfach der Spielspaß im Mittelpunkt.

Sensible Soccer Screenshot 1
Die realistische Rasenfarbe überzeugt…

Man stelle sich einen Dachboden voller Kids im Alter zwischen sieben und elf Jahren vor, es hatte sicher 40 Grad und es wurden unermüdlich Fußball-Turniere auf einem winzigen Röhrenfernsehgerät gespielt. Es wurde geschrien, getobt und kiloweise Chips gegessen. Gute Zeiten. Der fetzige Soundtrack (für ein Fußballspiel) tat sein Übriges dazu! Auch heute macht das Spiel noch ordentlich Spaß und beeindruckt mit ganzen simulierten Turnieren und vielen Einstellmöglichkeiten.

Sensible Soccer Screenshot 2
Zwei absolut gleichwertige Größen im Fußball begegnen sich…

4 – NHL ’98

Mit der Zeit war uns dann Fußball nicht mehr cool genug und wir entwickelten einen Hang zu Eishockey. Viel zu feige es im echten Leben je zu spielen, lieferten wir uns bei dem Freund am Dachboden – der inzwischen einen größeren TV hatte – ausgiebige Schlachten. Sogar eine alte Tafel mit Kreide hatte er, auf der wir unsere Turnierfortschritte festhielten. Und riesige Penisse zeichneten. Wie man das eben so tut mit ungefähr vierzehn Jahren.

NHL 98 Screenshot 1
Sowas nannte man zu dieser Zeit „Realismus“.

NHL ’98 ist ein typisches Sportspiel, wie gemacht für den Sega Mega Drive. Wie vorhin erwähnt, bot sich die Hardware des Sega Mega Drive besser für schnelle Sprites an, als die des Super Nintendo. Hektisches Gameplay, wilde Schlachten um den Puck, untermalt von Stadionmusik – das machte NHL ’98, welches übrigens von THQ publiziert wurde, zu einer astreinen Sporterfahrung auf dem Sega Mega Drive.

Das Spiel schaffte es, die schnelle Action auf dem heimischen TV-Gerät so gut zu inszenieren, dass die Essenz dessen, was Eishockey spannend und unterhaltsam macht, gut eingefangen wurde! Auch heute noch macht dieses Spiel einen Heidenspaß! Die großen, gut animierten Sprites haben sich gut gehalten.

NHL Screenshot 2
Rasante Action vor dem Tor!

3 – Street Racer

Dem Super Nintendo sein Mario Kart ist dem Sega Mega Drive sein Street Racer. Dieses gab es zwar auch für den Super Nintendo, aber auf dem Mega Drive lief es einfach flüssiger und der Soundtrack war um Welten besser. Subjektiv betrachtet natürlich, wie alles in diesem Beitrag.

Street Racer Screenshot 2
Vroooom, ab geht’s!

Glaubt mir, wir haben es damals stundenlang verglichen. So wie wir es mit allen Spielen machten, die auf dem Super Nintendo und auch auf dem Sega Mega Drive verfügbar waren. Der Konsolenkrieg war stark in uns!

Im Grunde ist Street Racer ein klassischer Kart-Racer mit ordentlich Power-Ups, teilweise sehr merkwürdigen Strecken und noch merkwürdigeren Fahrern. Man muss an dieser Stelle sagen, dass in den frühen Zeiten der Kart-Racer natürlich die Pseudo-3D Grafik nicht das gelbe vom Ei war. Aber wir waren zufrieden mit dem, was uns geboten wurde!

Street Racer Screenshot 2
Sehr skurrile Fahrer…

Street Racer steuert sich leider nicht so gut wie Mario Kart es tut. Dennoch. Wir waren jung, wir hatten Zeit (Hausaufgaben haben wir in der Schule erledigt. Vor den Stunden… ) uns an die hakelige Steuerung zu gewöhnen. Wer heute versucht dieses Spiel zu genießen, wird relativ bald gefrustet den Controller zur Seite legen. Doch damals war es der Hit und unsere Ansprüche nicht so groß.

2 – Street Fighter: Special Champions Edition

Keine 16-Bit Konsole ohne Street Fighter in den 1990ern richtig? Richtig! Street Fighter: Special Champions Edition war stark an des Super Nintendo’s Hyper Fighting angelehnt und brachte für den Mega Drive viele neue Features mit. Zum Beispiel, dass man die Bosse spielen und auch im Versus Modus dieselben Kämpfer wählen konnte.

Street Fighter Screenshot 2
Cooles Roster, auch die Bosse sind mit dabei!

Besonders über Street Fighter – egal in welcher seiner vielen Varianten – bleibt an dieser Stelle nicht mehr viel zu sagen. Es ist quasi der König der Spielhallenprügler.. Fast alle Umsetzungen auf den heimischen Konsolen waren gelungen und wir konnten damals bei unterschiedlichen Freunden, auf unterschiedlichen Konsolen mit unterschiedlichen Versionen des Spiels wahrlich epische Turniere spielen. Wirklich umgewöhnen auf eine andere Steuerung mussten wir uns kaum. Die Special Moves gelangen immer!

Street Fighter Screenshot 2
Immer feste auf die Nuss!

So als würde man in Lignano, in Italien, verschwitzt und umringt von zwanzig Kids um echtes Geld spielen – so wie ich es oft getan habe. All das zu Hause vor dem eigenen TV. Traumhaft – die heutigen Kids wissen ja gar nicht was sie da versäumt haben! #zuspätgeborene

1 – Mortal Kombat

Natürlich gibt es da noch Mortal Kombat. Das Spiel, dass es schaffte, eine neue Einstufungsskala für Spiele (ESRB) in Amerika einzuführen. Die Kontroverse war groß, die Gewalt in Videospielen war in aller Munde und Schuld an der Verderbtheit der Jugend. Auch damals haben Eltern gerne schon die Verantwortung für ihre psychisch gestörten Kids abgegeben…

Mortal Kombat Screenshot 1
Sieben Kämpfer waren uns damals genug!

Mir war das egal, als ich mit zehn Jahren das erste Mal in einer Spielhalle in Italien mitbekommen habe, wie Liu Kang der Kopf abgerissen wurde. Ich war sofort ein Fan. Die digitalisierten Kämpfer sahen für damalige Verhältnisse so realistisch aus, wie es eben ging! Street Fighter wirkte ab da an für mich wie ein Kinderspiel. Auch mag man jetzt darüber diskutieren, dass rein vom spieltechnischen her, Street Fighter das taktischere Spiel sei, aber dennoch – für einen noch-nicht-einmal-Teenager war die erste Mortal Kombat Erfahrung so prägend, dass ich bis heute ein Fan der Serie blieb.

Mortal Kombat Screenshot 2
Diese paar roten Pixel waren es vielen von uns wert, extra einen Sega Mega Drive zu kaufen! #noregrets

Nachdem es Mortal Kombat endlich aus der Spielhalle in die Wohn- und Kinderzimmer (oft heimlich) geschafft hatte, war uns allen schnell klar, es gab nur eine ultimative Version. Ohne Frage, die am Sega Mega Drive. Verglichen mit dem Sega waren Steuerung und Grafik am Super Nintendo besser. Auch am Amiga haben wir damals reichlich gespielt. Der hatte zwar die blutige Version, jedoch waren Grafik und Sound ein wenig zurückgeschraubt und irgendwie kam nicht so wirklich Spielhallenfeeling auf. Vergleichsweise verkrampft saßen wir auf einem Bett vor dem beigen Kasten.

Klarer Sieger im Konsolenkrieg…

… bleibt bei Mortal Kompat der Sega Mega Drive. Im Elternhaus meines damaligen Kumpels hatte dieser sich den Keller als „Zockerhöhle“ eingerichtet. Auf einem gigantischen TV (aus den 80ern, aber er war riesig) spielten wir hunderte oder gar tausende Stunden Mortal Kombat und fochten immer wieder erbitterte Turniere aus. Die Steuerung war nicht so präzise wie auf dem Super Nintendo. Die Kämpfer etwas kleiner und die Grafik wirkte etwas farbloser.

Doch das war gut, denn zusammen mit dem bis heute unvergesslichen Synthie-Soundtrack auf dem Sega Mega Drive wirkte diese Version des Spiels düster und dreckig. So wie man es aus der Spielhalle kannte. Und vor allem: AB AC ABB – das war der „Blood-Cheat“ den man zu Beginn eingeben musste, um in den Genuss der Gewalt in Spielhallenqualität zu kommen. Bis heute legt sich eine gewisse Mystik um das bestätigende Geräusch, welches ertönt, wenn man den Code richtig eingegeben hat.

Mortal Kombat Screenshot 3
Fatality! Kinder die aufgrund dieser Gewaltdarstellung zu Psychos wurden, mussten wohl schon vorher Probleme gehabt haben…

Die Erinnerung an das Zocken mit meinen Kumpels im Keller seiner Eltern gehört bis heute zu den besten Gaming-Erinnerungen aus meiner Kindheit bzw. Jugend. Aus uns allen ist was geworden, wir sind keine Serienmörder oder Gewalttäter. Die rohe Gewalt in Mortal Kombat dürfte uns wohl nicht geschadet haben. Wer hätte das gedacht? *Augenzwinker*

Schlussgedanken

Hier zeigt sich wieder einmal, dass es viele Spieleperlen – nicht nur PvP Spiele – aus vergangen Dekaden gibt, die es immer noch wert sind gespielt zu werden. Einige dieser Perlen findet man auf der eben erschienen Sega Mega Drive Classic Collection. Wer, wie ich, den eigenen Sound des Sega Mega Drive zu schätzen weiß, wird mit dieser Collection auch akustisch seine Freude haben.

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